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Reflexion im Sport: Welche Schlüsse erlauben die Studien?

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Reflexion im Sport: Welche Schlüsse erlauben die Studien?
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Nach einem Match kann eine konkrete Frage weiterhelfen: Was geschah vor dem Fehler, und wie lässt sich das im Training untersuchen? Mit einer Notiz kannst du die Szene für das nächste Gespräch mit deinem Trainer festhalten.

Ob das Aufschreiben selbst bessere Ergebnisse bringt, ist eine andere Frage. Die oft zitierten Studien haben Selbstauskünfte, gezieltes Üben oder Schreiben und psychische Gesundheit untersucht – eine Gegnerbuch-Routine war nicht darunter.

Athleten gaben Auskunft über ihre Gewohnheiten

Tynke Toering und Kollegen aus Groningen verglichen 159 junge Elite-Fußballer mit 285 Spielern unterhalb dieses Niveaus. In der 2009 im Journal of Sports Sciences veröffentlichten Fragebogenstudie hingen höhere selbst eingeschätzte Werte für Reflexion und Anstrengung mit dem Elite-Status zusammen. Gemessen wurden Selbstauskünfte; eine Schreibroutine hat den Spielern niemand vorgegeben.

Laura Jonker und Kollegen begleiteten 52 junge Eliteathleten zweieinhalb Jahre. Die Studie erschien 2012 in The Sport Psychologist. Wer es später bei den Erwachsenen auf internationales Niveau schaffte, hatte zu Beginn höhere Reflexionswerte als diejenigen, die auf nationalem Niveau blieben. Dass die Reflexion dem Erfolg vorausging, macht neugierig; eine Ursache ist damit nicht bewiesen. In keiner der beiden Studien wurde Schreiben mit bloßem Nachdenken verglichen.

Eine konkrete Aufgabe für gezieltes Üben

Anders Ericssons Arbeit von 1993 in Psychological Review beschreibt anspruchsvolles, gezieltes Üben mit Rückmeldung. In einem Gegnerbuch kannst du die Frage deines Trainers oder einen Übungsversuch festhalten und so die Idee aufs eigene Training übertragen. Dass Schreiben auf diesem Weg zu mehr Siegen führt, ist nicht nachgewiesen.

Umstritten ist die Übungsforschung außerdem. In ihrer 2019 in Royal Society Open Science erschienenen Replikation einer Violinstudie fanden Macnamara und Maitra zwischen den besten und den guten Geigern keinen statistisch signifikanten Unterschied in der rückblickend geschätzten Übungszeit bis zum 18. Lebensjahr. Der Zusammenhang zwischen Übungszeit und Leistungsniveau fiel insgesamt schwächer aus als in der ursprünglichen Studie. Über den Nutzen eines Notizbuchs im Sport sagt eine Studie an Musikern ohnehin nichts.

Schreiben wurde auch in anderem Zusammenhang untersucht

Eine 2022 in Family Medicine and Community Health erschienene systematische Übersicht wertete 20 randomisierte kontrollierte Studien zu Tagebuchschreiben und psychischer Gesundheit aus, unter anderem zu expressivem Schreiben und Dankbarkeitstagebüchern. Die Ergebnisse unterschieden sich stark; ihre klinische Bedeutung war unsicher. Wettkampfvorbereitung und Siegquote waren dort kein Thema.

James Pennebakers Beitrag von 2018 in Perspectives on Psychological Science ist ein kurzer Rückblick auf frühere Arbeiten zum expressiven Schreiben. Eine systematische Übersicht über vier Jahrzehnte ist er nicht, und dass eine bestimmte Vorlage für Sportnotizen besser wäre als stilles Nachdenken, belegt er auch nicht.

Eine überschaubare Routine ausprobieren

Notiere, was funktioniert hat, was nicht und was du als Nächstes versuchst. Schreib dazu, unter welchen Umständen du gespielt hast und was du nicht sicher weißt. Gehe mehrere Gegnerseiten durch und wähle mit deinem Trainer eine konkrete Frage.

Steht dasselbe mehrmals in deinen Notizen, ist das ein Anlass, genauer hinzusehen, und noch keine feststehende Schwäche. Auch aus einem Vergleich deiner Ergebnisse mit und ohne vorheriges Nachlesen lässt sich nicht herausrechnen, welchen Anteil das Lesen selbst hatte.

In OpponentBook stehen Gegnerbuch, Matches und Trainingstagebuch kostenlos nebeneinander. Die Einträge liegen auf deinem Gerät und in dem Speicher, den du verbindest. Wenn du eine KI-Funktion startest, werden die dafür nötigen Inhalte über einen Server von OpponentBook an den externen KI-Anbieter weitergegeben. Die optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt verschlüsselte Einträge zusätzlich vor dem Speicheranbieter; Fotos, Videos und die für ihn sichtbaren Dateimetadaten sind davon ausgenommen. Mehr dazu im Beitrag zur Datenverarbeitung. Für den Versuch reicht auch Papier – Frage festhalten, etwas erproben und das Ergebnis ergänzen.

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