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Padel-Taktik – was du dir fürs nächste Match notierst

7 Min. Lesezeit
Padel-Taktik – was du dir fürs nächste Match notierst
In diesem Beitrag

Nach einem Doppel bleibt schnell ein Urteil hängen – „Gegen die hatten wir am Netz keine Chance.“ Wenn ihr bald wieder gegen dasselbe Paar spielt, lohnt sich ein genauerer Blick:

  • Wer stand vorn?
  • Welcher Ball zwang die Gegner nach hinten?
  • Seid ihr danach gemeinsam nachgerückt oder hat sich zwischen euch eine Lücke geöffnet?

Schreib solche Schlagfolgen auf und besprich sie mit deinem Partner. Wählt zwei Dinge, die ihr beim nächsten Mal ausprobieren wollt, und legt fest, wann ihr den Plan wieder ändert. So nutzt ihr ein Gegnerbuch, um euch auf die nächste Begegnung vorzubereiten.

Was kam auf euren Lob zurück?

Vergleiche zunächst die Situationen, statt einem Gegner eine feste Eigenschaft zuzuschreiben. Ein kurzer Lob lädt denselben Spieler zum Angriff ein, den ein langer nach hinten drängt. Notiere dabei:

  • Richtung und Länge des Lobs
  • die Antwort des Gegners
  • die Bewegung beider Paare

Spielte der Gegner den Ball direkt aus der Luft? Musste er ihn nach dem Abprall an der Glaswand zurückspielen? Konntet ihr beide vorrücken oder hielt euch ein Überkopfball hinten? Ist der Ball aufgesprungen, kannst du auch den Aufsprungpunkt notieren.

Ein Lob ist noch kein Kommando zum Vorrücken. Rückt gemeinsam vor, wenn euer Lob und die Antwort der Gegner das zulassen. Gerät der Lob zu kurz, bleibt ihr hinten und verteidigt. Geht einer schon nach vorn und der andere bleibt hinten, kann die Lücke zwischen euch den Punktverlust ebenso erklären wie ein guter Schlag des Gegners.

Was nach dem Lob geschieht, untersuchten auch Adrián Escudero-Tena und sein Team der Forschungsgruppe GOERD an der Universität Extremadura. Im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlichten sie 2020 eine Auswertung ausgewählter Defensivaktionen aus 14 Damenfinals der World Padel Tour im Jahr 2018. Gemeint sind Endspiele verschiedener Turniere im Verlauf der Saison.

Ausgewählt wurden Aktionen, bei denen der Ball an der Position des angreifenden Paars vorbeigespielt wurde. Nach einem Lob kam das verteidigende Paar eher in die Angriffsposition; der Ballwechsel ging danach aber oft weiter.

Die Studie beobachtet, sie beweist keine Ursache, und sie erfasst nicht jeden Lobversuch. Aus diesen Spielen von Profispielerinnen folgt weder eine Erfolgsquote für deinen Lob noch die Regel, dass mit der Netzposition auch der Punkt gewonnen ist. Für deine Notizen ist gerade der weitere Verlauf interessant.

Zwei Namen reichen noch nicht für die Gegneranalyse

Schreib auf, wer gewöhnlich links und wer rechts spielt. Links und rechts gelten aus Sicht des gegnerischen Paars mit Blick zum Netz. Ergänze die Schlaghand nur, wenn du sie kennst. Spielt jemand mit einem anderen Partner oder auf der anderen Seite, können sich Aufgaben und Laufwege ändern.

Bei der Spieleröffnung gehören Aufschlag, Return und der nächste Schlag zusammen. Achte darauf, wie der Aufschläger nach vorn läuft und wo sein Partner steht; der kann bereits am Netz sein. Und wer danach den ersten Volley spielt – muss er ihn unter Netzhöhe nehmen, oder kann er bequem angreifen? Beobachte das bei den Aufschlagspielen beider Paare.

Dass die Netzposition mit dem Punktgewinn zusammenhängt, zeigt eine weitere Arbeit von Escudero-Tena und Kollegen der Universität Extremadura, der Polytechnischen Universität Madrid und der Universität Murcia. In Perceptual and Motor Skills (2023) werteten sie 2.756 Ballwechsel aus Damen- und Herrenmatches der World Padel Tour 2021 aus.

Das Paar, das am Ende des Ballwechsels am Netz stand, gewann ihn in dieser Stichprobe häufiger. Das ist ein beobachteter Zusammenhang im Profisport, kein Nachweis dafür, dass Vereinsspieler durch möglichst schnelles Vorlaufen mehr Punkte gewinnen. Erfasst deshalb auch, wie die Position zustande kam und wieder verloren ging.

Der britische Tennisverband LTA empfiehlt in seinen Padel-Tipps für den Einstieg unter anderem:

  • Netzspiel
  • Lobs
  • Bälle durch die Mitte
  • das Spiel mit der Glaswand
  • klare Absprachen

Das sind Trainerempfehlungen, keine experimentellen Befunde. Stehen die Gegner weit auseinander, könnt ihr einen kontrollierten Ball zwischen sie spielen. Besprecht, wer von euch welche Bälle übernimmt, je nachdem, wohin die Gegner zurückspielen. Deckt jemand die Mitte bereits gut ab, braucht ihr eine andere Lösung.

Padel-Court von oben, mit zwei Spielern auf jeder Seite des Netzes.
Achte bei jedem Paar auch auf den Spieler, der gerade nicht am Ball ist.

Eine Notiz, die ihr beide noch versteht

Wir empfehlen euch, jede Notiz an drei Fragen auszurichten: was für euch als Paar funktioniert hat, was nicht funktioniert hat und was ihr nächstes Mal anders macht. Unserer Meinung nach kommt es beim Aufschreiben in jeder Schläger- oder Kampfsportart vor allem auf diese drei an. Die ersten beiden Felder halten fest, unter welchen Umständen ihr gespielt habt und was die Gegner gemacht haben; darauf beruhen eure Antworten.

Ob Notizen zu besseren Ergebnissen führen, untersucht keine der beiden zitierten Studien. Stichworte genügen, solange später noch erkennbar ist, wer welchen Ball gespielt hat.

Begegnung und Paar: Datum, eigener Partner, Gegner, ihre üblichen Seiten, Halle oder Freiplatz. Als Quelle vermerken, ob die Notiz aus der Erinnerung, vom Video oder von jemandem stammt, der zugeschaut hat.

Die Gegner: Aufschlag, Return, nächster Schlag und welches Paar zuerst die Netzposition hatte. Welcher Ball drängte ein Paar nach hinten, und wer rückte dann vor? Richtung und Länge, die Antwort der Gegner und den weiteren Verlauf notieren. Die Glaswand erwähnen, wenn sie eine Rolle spielte. Auch ein Gegenbeispiel zur ersten Einschätzung festhalten, wenn du eines beobachtet hast.

Was für uns funktioniert hat: Schläge und Laufwege, mit denen wir ans Netz kamen oder die Gegner unter Druck setzten.

Was für uns nicht funktioniert hat: Eigene zu kurze Bälle, überhastete Entscheidungen, zu viel Abstand zwischen uns, kein Zuruf.

Nächstes Mal: Zwei konkrete Versuche und für jeden die Beobachtung, bei der ihr ihn ändert oder aufgebt.

Mehr dürfen es durchaus sein, doch meist reichen euch ein oder zwei Versuche pro Match. Mit zu vielen wird eure Absprache kompliziert, bevor ihr überhaupt auf den Platz geht.

Lass eine Lücke stehen, wenn du etwas nicht weißt. Beschrifte auch eine Platzskizze mit Blickrichtung, Schlag und Situation. Aus ein paar Punkten auf der Zeichnung geht noch nicht hervor, wie der Ballwechsel verlief.

Ein gelber Ball und sein Spiegelbild an der Glaswand; hinter dem Netz stehen zwei Spieler.
Wenn der Ball von der Glaswand zurückkam, gehört auch das in die Notiz.

Ein erfundenes Beispiel aus dem Verein

Dieser Eintrag ist vollständig ausgedacht. Er stammt weder aus einem echten Nutzerkonto noch aus einem Forschungsdatensatz.

Begegnung und Paar: Trainingsdoppel im Verein mit meinem üblichen Partner. Alex bei den Gegnern wie meistens rechts (aus ihrer Sicht zum Netz). Aus dem Gedächtnis notiert; nicht mitgezählt.

Die Gegner: Selbst nach einem langen Lob setzte Alex uns einmal mit einem Überkopfball unter Druck. „Kommt mit Lobs nicht zurecht“ also streichen.

Was für uns funktioniert hat: Bei einigen unserer flachen Returns mussten die Gegner den ersten Volley unter Netzhöhe spielen. Einige lange Lobs auf Alex’ Seite drängten die beiden nach hinten; wir kamen ans Netz.

Was für uns nicht funktioniert hat: Unsere zu hoch geratenen Returns konnten sie leichter angreifen. Kurze Lobs griffen sie an, wir mussten hinten bleiben. Ich lief manchmal nach meinem Lob schon los, bevor klar war, ob er die Gegner nach hinten drängte. Mein Partner blieb hinten, zwischen uns entstand eine Lücke. Bei einem Ball durch die Mitte warteten wir beide auf den anderen. Niemand rief.

Nächstes Mal: Erstens einen langen Lob versuchen, wenn wir stabil zum Ball stehen. Nur gemeinsam vorrücken, wenn die Antwort es zulässt. Gerät der Lob zu kurz oder bleibt der Überkopfball gefährlich, hinten verteidigen und den Punkt neu aufbauen.

Zweitens kontrolliert durch die Mitte spielen, wenn die Gegner weit auseinander stehen. Vorher absprechen, wer von uns welche Bälle übernimmt. Den Versuch ändern, wenn ein Gegner die Mitte schon gut abdeckt oder wir ihnen so leichte Angriffsbälle liefern.

„Einige“ ist hier die ehrlichere Angabe als eine nachträglich erfundene Quote. Auch der gelungene Überkopfball nach dem langen Lob bleibt in der Notiz. Prüf solche Erinnerungen an einer Aufnahme, falls es eine gibt, und halte den beobachteten Ablauf weiter von deiner Erklärung dafür getrennt.

Vor der nächsten Begegnung gemeinsam entscheiden

Lest den Plan vor dem Einspielen zusammen durch. Ein kurzer Hinweis wie „Nur nachrücken, wenn der Lob passt“ ruft die Absprache wieder in Erinnerung. Prüft schon in den ersten Ballwechseln, ob eure Einschätzung noch stimmt. Ein anderer Partner auf der Gegenseite, eine andere Seitenaufteilung, ein anderer Platz oder eure eigene Form an dem Tag können einen anderen Plan nötig machen.

Trag nach dem Match ein, was aus den beiden Versuchen geworden ist – auch, wenn einer nichts gebracht hat. Schreib, solange du den Ablauf noch nachvollziehen kannst, ohne genaue Zahlen vorzutäuschen. Der Beitrag über Erinnerung und Vergessen im Sport erklärt die Grenzen des Erinnerns; eine feste Stundenfrist für das Vergessen eines Padel-Ballwechsels lässt sich daraus nicht ableiten.

Taucht dieselbe Lücke nach dem Lob gegen verschiedene Gegner auf, nimm sie mit in die nächste Trainerstunde. Bitte deinen Trainer, euch dabei zu beobachten: „Wann laufe ich nach dem Lob los, und wo steht mein Partner dann?“ Warum die Lücke entsteht, sagen dir die Notizen nicht; sie zeigen nur, dass es sie gibt. Und dass Aufschreiben allein dich besser macht, ist nicht belegt – was sich dazu tatsächlich zeigen lässt, steht im Beitrag über Reflexion und sportliche Leistung.

In OpponentBook kannst du auf der Skizze des Padel-Courts frei platzierbare Pins mit Notizen versehen. Das Gegnerbuch ist kostenlos. Synchronisierte Einträge liegen in deinem verbundenen Speicher; in der Kontodatenbank von OpponentBook liegt keine gespeicherte Kopie des Buchs. Wenn du eine KI-Funktion startest, werden die dafür nötigen Inhalte über einen Server von OpponentBook an den KI-Anbieter weitergegeben. Die optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt verschlüsselte Einträge zusätzlich vor dem Speicheranbieter; Fotos, Videos und für ihn sichtbare Dateimetadaten sind davon ausgenommen. Die Erklärung zum Schutz deiner taktischen Notizen erläutert das genauer.

Denk heute an euer letztes Doppel. Notiere eine Schlagfolge und eure Laufwege. Schreib darunter, was für euch funktioniert hat und was nicht. Besprecht dann die zwei Dinge, die ihr bei der nächsten Begegnung ausprobieren wollt, und haltet sie fest.

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