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Match-Erinnerungen prüfen: Was die Gedächtnisforschung beiträgt

2 Min. Lesezeit
Match-Erinnerungen prüfen: Was die Gedächtnisforschung beiträgt

Du erinnerst dich an die Enttäuschung, aber nicht sicher an den Ablauf vor dem letzten Punkt. Eine Notiz vom Wettkampftag hält fest, wie du dich zu diesem Zeitpunkt erinnerst. Später kannst du sie mit einem Video abgleichen und korrigieren.

Drei oft zitierte Gedächtnisstudien helfen, das einzuordnen – solange man dazusagt, was die Versuchspersonen dort eigentlich lernen oder erinnern sollten.

Was wurde gelernt und erinnert?

Jaap Murre und Joeri Dros von der Universität Amsterdam wiederholten 2015 Ebbinghaus’ Vergessensexperiment. In der PLOS ONE-Studie lernte eine einzige Versuchsperson Listen sinnloser Silben und nach verschiedenen Pausen dieselben Listen noch einmal. Gemessen wurde, wie viel Zeit sie beim zweiten Lernen sparte.

Um taktische Details aus einem Match ging es dabei nicht. Dass sie nach einer Stunde oder bis zum Wochenende verloren sind, lässt sich aus der Studie also nicht ableiten. Bald nach dem Match zu schreiben, bleibt trotzdem ein guter Rat, weil du den Ablauf dann oft noch leichter beschreiben kannst. Eine wissenschaftlich belegte Frist ist es nicht.

Jennifer Talarico und David Rubin befragten 54 Studierende zu ihren Erinnerungen an den 11. September und an ein Alltagsereignis. In ihrer 2003 in Psychological Science erschienenen Arbeit verglichen sie spätere Berichte mit denen, die kurz nach dem Ereignis entstanden waren. Die Berichte stimmten mit der Zeit immer weniger mit den ersten überein; bei den Erinnerungen an den 11. September waren sich die Befragten trotzdem weiter sehr sicher.

Die Übereinstimmung sagt nicht, ob der erste Bericht richtig war. Auch eine am Wettkampftag geschriebene Gegnernotiz kann Fehler enthalten.

Einen Plan aus dem Gedächtnis formulieren

Roediger und Karpicke ließen 2006 Studierende Prosatexte lernen. Im Test nach fünf Minuten schnitt wiederholtes Lesen besser ab. In den späteren Tests, je nach Experiment nach zwei Tagen oder nach einer Woche, lag das Abrufen aus dem Gedächtnis vorn.

Als kleinen Versuch kannst du die Gegnerseite lesen, schließen und die geplante Anpassung frei formulieren. Du überträgst so eine Idee aus dem Textlernen auf deinen Sport. Dass du dadurch unter Wettkampfdruck besser entscheidest, dir den Plan dauerhaft merkst oder öfter gewinnst, ist damit nicht belegt.

So bleibt die Notiz überprüfbar

Halte Situation, eigene Aktion und anschließende Reaktion fest. Kennzeichne, ob die Quelle dein Gedächtnis, ein Video oder dein Trainer ist. Lass den Spielstand offen, wenn du ihn nicht mehr weißt. Prüfe wichtige Szenen anhand einer Aufnahme, soweit möglich.

Auf einer Fechtseite kannst du einen Treffer mit der Distanz und dem Ort auf der Planche verbinden. Vor dem nächsten Gefecht nimmst du dir ein Stichwort vor und versuchst, es aus dem Gedächtnis abzurufen. Spricht das neue Gefecht gegen deine frühere Einschätzung, ergänzt oder korrigierst du die Seite.

In OpponentBook hat jeder Gegner eine eigene Seite, neben Matches und Trainingsnotizen. Das Gegnerbuch ist kostenlos; die Einträge liegen auf deinem Gerät und in dem Speicher, den du verbindest. Wenn du eine KI-Funktion startest, werden die dafür nötigen Inhalte über einen Server von OpponentBook an den externen KI-Anbieter weitergegeben. Die optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt verschlüsselte Einträge zusätzlich vor dem Speicheranbieter; Fotos, Videos und die für ihn sichtbaren Dateimetadaten sind davon ausgenommen. Der Datenschutzbeitrag erklärt das genauer. Papier eignet sich ebenso für eine Notiz, die du später wieder prüfst.

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